helikopter interaktives Bühnenbild
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Maison des Arts, Paris

"Gott existiert, weil die Mathematik widerstpruchsfrei ist, und der Teufel existiert, weil wir das niemals beweisen können." Bertrand Russell

Ich wurde gleich zu Anfang von der Energie verschiedener Konstellationen in Preljocajs Choreografie angezogen und begann mir vorzustellen, dass die Körper der Tänzer auf einem visuellen Instrument spielen sollten, das sich zwischen ihren Körpern entspannte. Der Boden der Bühne sollte zum Spielfeld eines abstrakten, biegsamen Raums werden, auf dem die Tänzer anfangs oft genug die notwendige Orientierung verloren.

Durch ihre Anwesenheit und Bewegungen beeinflussen die Tänzer eine virtuelle, projizierte Welt unter ihren Füßen. Sie tanzen innerhalb eines Bühnenbilds, das auf all ihre Bewegungen reagiert. Tänzer und Bühne formen dabei eine untrennbare Einheit. Der Boden der Bühne wird beweglich und hat Teil am Geschehen; Bühne und Tänzer erscheinen nicht mehr erdgebunden.

Technisch gesehen werden die Tänzer von einer Infrarotempfindlichen Kamera über der Bühne aufgenommen und ihre Bewegungen von einem Computer verfolgt. Diese Informationen beeinflussen die mathematischen Parameter verschiedener Welten, die anschließend zurück auf die Bühne projiziert werden. Unter den virtuellen Welten sind solche, die der Physik nachgebildet sind, wie ein Windkanal oder eine Art Flüssigkeit, aber auch andere, die vollkommen künstlicher Natur sind.

Der Betrachter, der nicht in der interaktive Natur des Bühnenbilds eingeweiht ist, mag sich über die enge Beziehung zwischen Video und Tanz wundern. In Stockhausens Helikopter-Quartett reagiert der Mensch auf die Maschine, auf Geräusche und Vibrationen der Rotoren. Hier reagiert umgekehrt die Maschine auf den Menschen und schließt mit dieser Gegenbewegung hoffentlich einen Kreis, den Stockhausen begann.

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